ZEITUMSTELLUNG

    Am 24. März 2018 werden die Uhren wieder von der WInterzeit auf die Sommerzeit umgestellt und wir verlieren in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Stunde. Das ist zugegebenermaßen nicht schön, aber das Tolle daran ist, dass diese eine Stunde das untrügerische Zeichen dafür ist das der Sommer nicht mehr lange auf sich warten lässt.

    Leider gehen mit der Zeitumstellung auch bei vielen Menschen Schlafstörungen einher, die mit der Zeitverschiebung in Zusammenhang stehen. Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

    Eine Stunde vor oder eine Stunde zurück?

    Wie war das nochmal – stellt man die Uhr vor oder zurück? Wird uns eine Stunde geraubt oder bekommen wir diesmal eine geschenkt? Viele Menschen sind sich nicht völlig sicher, ob sie die Uhr auf zwei Uhr oder auf drei Uhr stellen sollen. Am besten man merkt es sich so: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel „vor“ die Tür und im Winter wieder "zurück" in den Schuppen. 

    Standard-Regel

    Zur Sommerzeit werden die Uhren am letzten Sonntag im März von zwei auf drei Uhr vorgestellt. Im Winter dagegen muss die Uhr am letzten Sonntag im Oktober von drei auf zwei Uhr zurückgestellt werden. Im Sommer dürfen wir also früher aufstehen und im Winter eine Stunde länger schlafen.

    Wie reagiert der Körper auf die Zeitumstellung?

    Bei einem gesunden Menschen kann die Zeitumstellung nicht viel anrichten. Normalerweise dauert es 1-2 Tage bis sich der Körper daran gewöhnt und sich die innere Uhr angepasst hat. Viele Menschen fühlen sich jedoch nach der Umstellung auf die Normalzeit besser, weil sie eine Stunde länger schlafen können. Das gilt insbesondere für die sogenannten Eulen (eher Morgenmuffel und nachtaktiv), da sie den späteren Tagesbeginn bevorzugen. Die Lerchen (eher Frühaufsteher) dagegen leiden durch die Zeitumstellung auf die Winterzeit, weil sie am Abend früher müde sind.
    Aufgrund des Lichtmangels wird im Winter mehr Melatonin (Schlafhormon) und weniger Serotonin (Glückshormon) produziert. Wie ist das zu erklären: Kürzere Tage und längere Nächte führen dazu, dass mehr Melatonin ausgeschüttet wird. Unser Serotoninspiegel sinkt im Winter auf ein Tief und das führt bei einigen Menschen zu einer Winterdepression. Deshalb ist es wichtig, möglichst viel Sonne und Tageslicht zu tanken, um den Serotoninspiegel zu erhöhen und einer Depression entgegenzuwirken. Durch die längeren Tage im Sommer erreicht der Serotoninspiegel sein Hoch und die Menschen sind im Allgemeinen besser gelaunt.

    Warum hat der Körper so mit der Zeitumstellung zu kämpfen?

    Jeder Mensch reagiert anders: Die Umstellung auf Winter- oder Sommerzeit kann bei Kindern, Älteren und Menschen mit Schlafstörungen bis zu eine Woche dauern. Warum machen uns die Zeitumstellungen so zu schaffen? In nur kurzer Zeit muss der Körper Stoffwechsel, Hormonproduktion und Gehirntätigkeit umstellen. Um das zu erreichen, benötigt er mehr Energie und das bedeutet für uns Menschen, dass wir schlecht gelaunt, müde und erschöpft sind. Durch die Zeitverschiebung wird auch das Immunsystem aus dem Rhythmus geworfen und das führt langfristig zur Anfälligkeit für verschiedene Infekte. Nach der Zeitumstellung im Frühjahr steigt außerdem das Herzinfarkt-Risiko und im Winter für diejenigen, die bereits einen Infarkt erlitten hatten.
    Durch den festen Schlaf- und Wachrhythmus bei kleinen Kindern und den Zusammenhang von Schlafrhythmus und Essen ist es wichtig, dass ein paar Tage vor der Umstellung Mahlzeiten und das Zubettgehen um 10 Minuten nach hinten verschoben werden. So haben die Kleinen einen guten Puffer, damit sich der Körper langsam anpassen kann.

    Weitere Auswirkungen der Zeitumstellung

    Neben der Gesundheit macht sich die Zeitumstellung auch in der Verkehrsstatistik bemerkbar. Im Frühjahr nach der Umstellung auf Sommerzeit steigt den Daten des Auto Club Europa (ACE) und des Statistischen Bundesamtes zufolge die Anzahl der Verkehrsunfälle um ca. sieben Prozent. Nach der Umstellung auf die Normalzeit passiert das Gegenteil und die Unfälle sinken um etwa sieben Prozent.

    Nicht nur der Mensch leidet, sondern auch Tiere, die durch die Zeitumstellung sehr verwirrt reagieren können. Die Fütterungs- und Melkzeiten folgen einem bestimmten Rhythmus und durch die neuen Zeiten geraten die Tiere oft durcheinander.

    Tipps für eine reibungslose Zeitumstellung für Geist und Seele

    Ganz oben auf der Liste ist gesunde Ernährung und Sport. Es ist wichtig, reichlich Wasser zu trinken und möglichst nicht zu viel, nicht zu fett und nicht zu süß zu essen. Wer das beherzigt, ist so gut wie auf der sicheren Seite. Ihrem Körper können Sie gleich nach dem Aufstehen etwas Gutes tun. Dazu gehört ein gutes Frühstück, das z. B. aus Vollkornbrot mit Butter, Käse, Tomaten, Paprika und Schnittlauch besteht. Wer auf Brot verzichten möchte, sollte sich ein Müsli mit frischen Früchten, Datteln, Dörrpflaumen und Rosinen gönnen. In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung sollte man auf ein Mittagsschläfchen verzichten, weil man damit den Schlafrhythmus noch mehr durcheinanderbringen würde. Stattdessen sollte man insbesondere im Winter mittags spazieren gehen, sich in die Sonne setzen und stets das Tageslicht suchen. So verhindern wir, dass zu viel Melatonin produziert wird und wir uns müde fühlen. Allgemeine Folgen der Zeitumstellung sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen. Wer Schlafprobleme hat, sollte statt auf Medikamente lieber auf natürliche Mittel wie Melissen-, Baldrian- oder Hopfentee setzen. Für einen gesunden Schlaf ist es essenziell, drei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol und Kaffee zu trinken und kein Nikotin zu konsumieren.

    Außerdem sollten Sie für Ihren Körper einen sanften Übergang schaffen und sich ein paar Tage vorher darauf einstellen. Zur Winterzeit sollte man 10-15 Minuten später ins Bett gehen, viel im Tageslicht spazieren und am Vorabend noch reichlich Licht tanken. Zur Sommerzeit sollten Sie vor der Umstellung 10-15 Minuten früher ins Bett gehen, morgens im Tageslicht spazieren und auf helles Licht in Wohnung und Büro setzen. So wird die innere Uhr schneller vorgestellt.

    Hintergrund der Zeitumstellung

    Nach der Ölkrise 1973 war das Ziel, Energie zu sparen. Um weniger Strom zu verbrauchen, sollte im Sommer das Tageslicht eine Stunde länger genutzt werden. Im Jahr 1975 einigte sich die Mehrheit der Länder der früheren Europäischen Gemeinschaft darauf, die Sommerzeit einzuführen. Seit inzwischen 35 Jahren wird in Deutschland die Uhr im März und im Oktober umgestellt. Die einheitliche Umstellung der Uhr aller EU-Staaten erfolgt erst seit 1996.

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