Schlafstörungen und warum diese so gefährlich sind

    Erholsame Nachtruhe

    Wer kennt das nicht? Man legt sich müde ins Bett, kuschelt sich gemütlich in die Decke, schließt die Augen und wird plötzlich wieder hellwach. Dann wird sich hin und her gewälzt, die Nervosität steigt, denn wir wissen, wie wichtig ein gesunder Schlaf ist. Nun fangen wir an Schäfchen zu zählen, schließlich soll das helfen. Doch nichts passiert! Die niedlichen weißen Schäfchen werden zu schwarzen Schafen, die die friedliche Nachtruhe eher rauben als sie zu bringen. Also lieber keine Schafe zählen, sondern versuchen sich zu entspannen. Wir legen uns auf den Rücken und versuchen unseren Atem zu beobachten, auch das soll uns in die nötige Ruhephase bringen. Langsam fangen die Beine an zu kribbeln und der Rücken schmerzt. Wir entspannen nicht. Nein, wir sind angespannt, denn schließlich warten wir darauf, endlich einschlafen zu können.
    Dass wir hin und wieder nicht einschlafen können, ist vermutlich ziemlich normal. Fast jeder hat schon einmal aus diesem Grund eine Nacht vor dem Fernseher oder mit einem guten Buch verbracht. Die soeben beschriebenen Szenarien sind noch keine Schlafstörungen, über die man sich Sorgen machen müsste.

    Erholsam Schlafen
    Erholsam Schlafen

    Warum ist gesunder Schlaf so wichtig?

    Um geistig und körperlich fit in den Tag zu starten, benötigt der Körper Ruhephasen. Der Nachtschlaf ist für den Menschen unentbehrlich. Wer über einen längeren Zeitraum mit Schlafstörungen kämpft, bekommt gesundheitliche Probleme und benötigt Hilfe und Tipps. Menschen mit Schlafstörungen erbringen durch den Schlafmangel auch eine nachlassende Gedächtnisleistung. Während wir schlafen, wird Gelerntes vom Tag verarbeitet und manifestiert. Wer also nicht genug oder nur wenig und unruhig schläft, wird eine geringere Gedächtnisleistung haben. Dick machen Schlafstörungen, weil viele Menschen in der Nacht an den Kühlschrank gehen und sich mit einem kleinen oder auch größeren Snack für die entgangene Nachtruhe belohnen. Krank werden wir durch Schlafstörungen, weil es uns stresst, nicht einschlafen zu können. Das bedeutet, unser Immunsystem arbeitet nicht richtig, weil es sich nicht regenerieren kann. Dadurch werden wir anfälliger für Krankheiten. Ein schlechter Schläfer soll dreimal anfälliger für Erkältungen sein, wie ein gut schlafender Mensch.

    Was passiert in unserem Körper, wenn wir schlafen?

    Es gibt verschiedene Phasen, die wir im Schlaf absolvieren. Beim Einschlafen gehen Puls, Atemfrequenz und Blutdruck zurück. Auch die Gehirnaktivität verändert sich. Dann folgt eine leichte Schlafphase, die sich im nächsten Schritt immer mehr vertieft. Schließlich befinden wir uns im Tiefschlaf, aus dem ein Schlafender nur schwer geweckt werden kann. Der Schlafzyklus geht weiter in den Traumschlaf, dabei steigert sich die Hirnaktivität und wir verarbeiten Erlebtes. Nach dem Traumschlaf beginnt unser Schlafzyklus erneut. Der Mensch durchläuft in der Nacht diesen Schlafzyklus etwa fünf- bis sieben Mal. Allerdings sind die einzelnen Phasen nicht immer gleich lang. In der ersten Nachthälfte haben wir überwiegend den Tiefschlaf, in der zweiten Nachthälfte träumen wir mehr. Wer schlecht geschlafen hat, muss sich meistens durch den nächsten Tag quälen. Das Denken fällt schwer und das Gähnen kann kaum unterdrückt werden.

    Symptome bei Schlafmangel

    • Wer den ganzen Tag von Hunger geplagt wird und immer etwas essen möchte, könnte unter Schlafmangel leiden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass zu wenig nächtliche Ruhe das appetitanregende Hormon „Grehlin“ erhöht. Das Verlangen nach kleinen Mahlzeiten nimmt zu und es werden vor allen Dingen Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten gegessen. Diese kleinen nebenbei verzehrten Snacks enthalten viele Kalorien und führen zu einem erhöhten Körpergewicht.

    • Die motorischen Fähigkeiten lassen nach. Sie werden langsamer und sind nicht mehr so präzise. Das bedeutet, dass ein Mensch mit Schlafstörungen den Kaffee neben die Tasse gießt, gegen die Türzarge läuft oder ihm alles aus der Hand fällt. Von seinen Mitmenschen wird derjenige dann meist als etwas schusselig eingestuft. Diese angeblichen Schusseligkeiten hängen aber oft mit Schlafmangel zusammen.

    • Schlafstörungen können auch dazu führen, dass wir plötzlich übersensibel reagieren. Schon bei Kleinigkeiten treten Tränen in die Augen, die Ursache sind Gefühle, die übersteuern. Das Gehirn soll laut einer Studie wesentlich stärker auf beunruhigende, traurige oder negative Bilder reagieren.

    • Da das Immunsystem bei zu wenig Ruhe seinen vielschichtigen Aufgaben nicht mehr zu 100% nachkommen kann, besteht eine erhöhte Gefahr schneller krank zu werden. Vor allem das Erkältungsrisiko ist dann sehr hoch. Ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bluthochdruck kann ebenfalls durch Schlafstörungen ausgelöst werden. Neueste Forschungen führen sogar Diabetes auf Schlafmangel zurück.

    Jeder, der sich schon einmal schlaflos auf seiner Bettstelle gewälzt hat weiß, dieser Zustand kann zu erhöhtem Stress führen. Und genau dieser Umstand macht krank. Besonders das Herz reagiert negativ auf Schlafmangel. Forscher haben herausgefunden, dass Schlafmangel zu schleichender Herzinsuffizienz führen kann.

    Wie viel Nachtschlaf benötigt der Mensch?

    So unterschiedlich, wie die Menschen selbst sind, so individuell verschieden ist auch ihr Schlafbedürfnis. Für den Einen reichen sechs Stunden Nachtschlaf. Andere Menschen benötigen acht oder sogar neun Stunden entspannte Nachtruhe, um sich am nächsten Tag ausgeruht und fit zu fühlen. Für die Gesundheit ist nur eines entscheidend. Wir sollten so viel schlafen, wie der Körper es benötigt, um sich rundum wohlzufühlen und den Alltag unkompliziert zu meistern. Eine chronische Schlafstörung (Insomnie) wird erst dann diagnostiziert, wenn man wenigstens vier Wochen lang schlecht einschläft und Probleme beim Durchschlafen auftreten. Frauen haben in der Regel mehr Schlafprobleme als Männer, ältere Menschen mehr als Jugendliche. Einige Forscher vertreten sogar die Meinung, genetische Komponenten könnten für die Schlafqualität zumindest mitverantwortlich sein. Der Betroffene selbst sollte den Ursachen nachgehen.

    Können Schlaftabletten helfen?

    Viele Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, greifen zu Schlaftabletten, um ihre Schlafprobleme zu beheben. Damit werden aber nur die Symptome behandelt und nicht die eventuell verschiedenen Ursachen. Der Körper wird durch die chemischen Substanzen zum Teil schwer belastet. Das schlechte Schlafen kann sich sogar noch verschlimmern, denn die meisten chemischen Präparate führen zu weiteren Beeinträchtigungen für den Körper, wie:

    • ständig steigernde Dosierung durch körperliche Gewöhnung
    • Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Magen- und Darmstörungen
    • starke psychische Abhängigkeit
    • körperliche Abhängigkeit
    • körperliche Gewöhnung

    Schon nach wenigen Tagen hat sich der Körper an die Anfangsdosis gewöhnt und die Wirkung lässt nach. Dann wird eine höhere Dosis eingenommen, damit der gewünschte Effekt eintritt. Ein Teufelskreis beginnt.

    Körperliche Abhängigkeit

    Die meisten Mittel führen relativ schnell zu einer körperlichen Abhängigkeit. Manchmal reicht dazu schon eine Woche der Einnahme. Die Betroffenen bemerken die Abhängigkeit in der Regel erst nach etwa vier Wochen. Wird das Medikament dann abgesetzt, treten oft Kopfschmerzen, Angstzustände, Zittern oder Schwindel auf.

    Einfache Tipps für eine gesunde Nachtruhe

    Wichtig ist es, sich für einen längeren Zeitraum an Regeln zu halten:
    • ein ruhiges, dunkles und kühles Schlafzimmer
    • eine gute Matratze und eine angenehme, atmungsaktive Bettdecke
    • täglich zur gleichen Zeit aufstehen
    • tägliche leichte Bewegung im Freien, allerdings nicht am Abend
    • Aufregung, Stress, Koffein, Alkohol und Tabak vermeiden
    • Gesunde Ernährung, vor allem das Abendessen sollte leicht sein

    Klappt es nicht mit dem Einschlafen, bringt das lange im Bett liegen bleiben gar nichts. Sich hin und her zu wälzen bewirkt nur Stress und der Nachtschlaf bleibt trotzdem aus. Besser ist es, ein bisschen in der Wohnung herumzulaufen, leise Musik zu hören oder ein Buch zu lesen, um zur Ruhe zu kommen. Der Fernseher sollte aber nicht eingeschaltet werden. Verbessern sich die Schlafstörungen nicht, muss der Arzt schauen, ob es an den Arzneimitteln liegen kann, die für verschiedene Krankheiten verschrieben wurden.

    Schwere Erkrankungen können die Nachtruhe erheblich stören:

    • Atemwegserkrankungen
    • Rheumatische Beschwerden mit starken Schmerzen
    • Kopfschmerzen
    • Neurologische Erkrankungen
    • Hormonstörungen
    • Durchblutungsstörungen mit Kribbeln in den Beinen
    • Sodbrennen, Magenbeschwerden, Übelkeit
    • Herz- und Kreislauf-Erkrankungen

    Auch Schnarchen ist ein wichtiger Faktor für eine unruhige Nacht aber nicht nur für den Schnarcher selbst, sondern auch für den Partner. Informationen über gesundes Schlafverhalten kann auch der Arzt geben. Es gibt Menschen, die glauben, wenn sie viel schlafen, fördert das die Gesundheit. Das ist nicht richtig. In Studien wurde festgestellt, dass die Menschen die höchste Lebenserwartung haben, deren Schlafdauer etwa sieben Stunden in der Nacht beträgt. Der zusätzliche Erholungswert bei einer längeren Schlafzeit ist geringfügig. Das bedeutet aber nicht, dass wir im Urlaub oder am Sonntag nicht so richtig ausgiebig ausschlafen dürfen. Es sollte aber eben die Ausnahme sein. Für ein gesundes Schlaferlebnis ist es wichtig, so regelmäßig wie möglich schlafen zu gehen und auch wieder aufzustehen. Unser Bett sollte eine Schlafoase sein. Essen, fernsehen, telefonieren oder arbeiten im Bett sind ein striktes Tabu.

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