Schläft man bei Vollmond wirklich schlechter?

    Mythos oder Wahrheit?

    Wissenschaftler auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit der Frage, ob Menschen bei Vollmond schlechter schlafen. Entspricht es der Wahrheit, dass der Schlaf in einer Vollmondnacht unruhiger ist als in einer anderen Nacht?

    Erholsamer Schlaf
    Vollmond
    1. Erholsamer Schlaf 2. Vollmond

    Schon immer zogen Vollmondnächte uns Erdenbürger in ihren Bann. Wenn unser Erdtrabant in seiner leuchtenden Schönheit auf uns herunterschaut, werden sogar Realisten zu Romantikern. Und immer wieder wird die Frage gestellt, ob er unseren Alltag beeinflusst oder ob es doch nur ein lang gehegter Mythos ist? Viele Personen behaupten, in einer Nacht mit Vollmond wesentlich schlechter zu schlafen und unruhiger zu sein. Forscher sind sich nicht ganz einig. Die einen sagen, er würde keinen Einfluss auf unsere Schlafgewohnheiten nehmen, andere sind der Meinung, er übe sogar einen sehr starken Einfluss aus.

    Ein Forscherteam der Universität Basel vermutet, dass die Einschlafphase bei Vollmond länger auf sich warten lässt als in den übrigen Nächten. So dauert sie etwa fünf Minuten länger als normalerweise und der Tiefschlaf verkürzt sich um 30%. Das würde bedeuten, wir bekämen in Vollmondnächten circa 20 Minuten weniger Tiefschlaf. Auch der Melatoninspiegel soll niedriger sein. Unser Schlafhormon Melatonin würde demnach auch vom Mond beeinflusst. Einige Forscher sind durchaus der Meinung, der Melatoninspiegel wird durch das helle Mondlicht gesenkt.

    Ist der Vollmond wirklich schuld an unseren Schlafstörungen?

    Schlafstörungen sind weit verbreitet. Wer sich selbst genau beobachtet, erkennt vermutlich sehr schnell, dass die gestörte Bettruhe nicht unbedingt etwas mit dem Erdtrabanten zu tun hat.

    Jeder sollte Schlafstörungen ernst nehmen, denn sie sind der Gesundheit nicht gerade zuträglich. Liegen erhebliche Schlafstörungen vor, ist ein Besuch beim Arzt unbedingt angeraten, um die Ursache zu erkennen und zu beheben. Wer über einen längeren Zeitraum an Schlafmangel leidet, merkt irgendwann, wie sehr seine Gesundheit darunter leidet. Ein erhöhtes Risiko an Übergewicht, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder sogar an Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken, nimmt bei übermäßigem Schlafmangel zu.
    Eine durchwachte Vollmondnacht ist zwar ärgerlich und unangenehm, die Gesundheit leidet aber nicht darunter.  Einer Umfrage zufolge glauben 92% der Deutschen, dass der Mond Einfluss auf unser Leben nimmt und man bei Vollmond schlechter schläft.

    Erzeugt helles Mondlicht unruhige Nächte?

    Einige Wissenschaftler behaupten, der Mond habe keinen Einfluss auf unsere Bettruhe und es läge an anderen Faktoren, wenn wir nicht einschlafen könnten. Stress und Lärm, ein zu warmes Schlafzimmer oder auch ein zu üppiges Essen am späten Abend kämen zum Beispiel als Ursachen infrage. Dass der Mond auf die Gezeiten, also Ebbe und Flut einwirkt, ist bekannt, doch beeinträchtigt er wirklich auch unser Schlafgefühl? Viele Skeptiker vertreten die Meinung, es handele sich nur um die sogenannte „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Wer bei Vollmond zwei- oder dreimal schlecht geschlafen hat und dann auch noch von anderen hört, sie hätten in diesen Nächten ebenfalls schlechter geschlafen, der glaubt dann an den Mythos. Er oder sie wird sich beobachten und schon darauf warten, in Vollmondnächten nicht die gewohnte Nachtruhe zu bekommen. Andere Mitmenschen und darunter viele Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass unser Schlafverhalten in Vollmondnächten gestört sein kann. Vielfach wird dann behauptet, durch das helle Mondlicht sei die Nachtruhe gestört. Es ist erwiesen, Schlafende sind bei Licht unruhiger als bei Dunkelheit. Aber wenn die Vorhänge geschlossen sind und kein Mondlicht in das Schlafzimmer eindringt, nächtigen die betroffenen Menschen trotzdem schlecht.

    Wie reagieren Kinder?

    Babys und Kleinkinder wissen noch nichts über Mondstudien. Sie können sich also nicht einbilden, nur weil Vollmond ist, schlechter zu schlafen. Betroffene Eltern berichten allerdings, sie wüssten schon anhand des Schlafverhaltens ihrer Kinder, wann die silberglänzende Scheibe wieder am Himmel erscheint. Ihr Kind schläft dann unruhiger und weint viel mehr als in den übrigen Nächten. Manche Babys lassen sich kaum beruhigen. Kleine Kinder, die schon allein ihr Bett verlassen können, stehen teilweise mehrfach in der Nacht am Bett ihrer Eltern und wollen nicht zurück in ihr eigenes Bett.

    Ist das vielleicht der Beweis dafür, dass Vollmondnächte Unruhe bescheren?

    Auch wenn sich Wissenschaftler, Forscher und Esoteriker darüber einig sind, dass der Mond den Alltag des Menschen beeinflusst, so sind sie sich darüber uneins in wieweit dieser Einfluss geht. Die Einwirkung des Vollmondes auf das Wetter und die Gezeiten ist wohl bei allen Gelehrten unumstritten. Was aber das Schlafverhalten betrifft, ist bisher keine Einigung zu erkennen. Wissenschaftlich belegt sind die Störungen bei der nächtlichen Erholungsphase nicht, auch wenn etliche Studien die Theorie für möglich halten, dass einige Menschen bei vollem Mondlicht schlechter schlafen können.
    Ebenfalls unbewiesen ist die negative Auswirkung des Vollmondes auf unsere Gesundheit. Manche Menschen sagen, sie spüren ihre rheumatischen Beschwerden in Vollmondnächten stärker und schlafen deshalb schlechter. Es könnte aber genauso gut auch am Wetter im Allgemeinen liegen, bedingt etwa durch hohe Luftfeuchtigkeit, meinen Skeptiker. Sie glauben nicht das die Wirkung des Mondes auf unsere Gesundheit und unser Schlafverhalten einwirkt.

    Eine Ursache, die belegt zu sein scheint, ist der Lichteinfluss. Die Helligkeit, die der Mond ausstrahlt, führt zu einer geringeren Ausschüttung unseres Schlafhormons. Was geschieht aber, wenn wir das Mondlicht durch einen Rollladen einfach ausschließen? Manchen Menschen scheint es zu helfen und sie schlafen angeblich besser.
    Laut einer Umfrage gaben etwa 40% der Deutschen an, mondfühlig zu sein und fest daran zu glauben, dass er ihre nächtliche Ruhe stört.

    Es bedarf sicher noch viel Geduld und einer umfassenden Forschung, um die Wirkung des Trabanten auf die Menschheit genau zu erkennen und erklären zu können. Je umfassender die Wissenschaft sich mit seinen Auswirkungen auf die Erdbewohner befasst und umso mehr Informationen gespeichert und ausgewertet werden, desto größer ist die Chance, irgendwann einmal genau zu wissen, ob der Mond Schuld an unseren Schlafstörungen ist. Eventuell ist es aber doch nur unser Aberglaube, der zu unruhigen Vollmondnächten führt.

    Der Spruch: „Wie man sich bettet so schläft man“, sollte nicht außer Acht gelassen werden, denn ein gesunder Schlaf ist für unsere Gesundheit äußerst wichtig. Um ruhig und ausgeglichen zu schlafen, gehört ein ausgeglichenes Umfeld dazu. Die richtige Matratze, eine kuschelige atmungsaktive Bettdecke und das passende Kopfkissen. Der Schlafraum sollte dunkel, ruhig und nicht zu warm sein. Vor dem Einschlafen an etwas Schönes denken und keine Probleme mehr wälzen. Wer weiß, vielleicht wird uns dann der nächste Vollmond nicht mehr um die wohlverdiente Nachtruhe bringen.

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