Einschlafzuckungen, Zähneknirschen? Wie dies entsteht

    Einschlafzuckungen und Zähneknirschen

    Ein gesunder und entspannter Nachtschlaf ist etwas, was sich wohl jeder Mensch wünscht. Morgens total ausgeruht aufwachen und den Tag fröhlich angehen lassen. Das wäre schön. Leider hat nicht jeder das Glück. Schlafstörungen werden immer häufiger für viele Menschen zu einer großen Belastung und sind der Gesundheit oft abträglich. Das Einschlafen wird zu einem Problem, der Schlaf ist unruhig. Zuckungen beim Einschlafen werden auch als Einschlafmyoklonus bezeichnet und sind ein Thema, mit dem sich mehr Menschen quälen, als man gemeinhin glaubt. Drei von vier Menschen haben wenigstens einmal im Leben damit zu tun. Allerdings wird wenig darüber gesprochen. Meist sind die Zuckungen harmlos und gehen von selbst wieder weg. Von einer Krankheit wird erst dann gesprochen, wenn sie den Betroffenen am Einschlafen hindern oder das Einschlafen erschweren.

    Zähneknirschen
    Einschlafzuckungen
    1. Zähneknirschen 2. Einschlafzuckungen

    Was sind Einschlafzuckungen?

    Es sind unwillkürliche Muskelkontraktionen, die teilweise von visuellen, auditiven oder sensorischen Wahrnehmungen begleitet werden. Diese Phänomene treten kurz vor dem Einschlafen oder in der ersten Schlafphase auf. Die Wahrnehmung gaukelt uns zum Beispiel vor, dass wir fallen oder stolpern. Wir hören angeblich laute Geräusche, die aber nicht vorhanden sind. Diese Wahrnehmungstäuschungen treten in Kombination oder einzeln auf und sind in den meisten Fällen unbedeutend. Sehr selten und nur bei starker Ausprägung führen sie zum Erwachen. Der Betroffene empfindet sie dann als unangenehm. Er verspürt eine unregelmäßige Atmung, es kann zu einem beschleunigten Herzschlag kommen und schließlich in Angst enden.

    Welche Ursachen sind bekannt?

    Bisher sind die Ursachen der Einschlafzuckungen für Mediziner und Wissenschaftler noch ein Rätsel. Es gibt nur Vermutungen, dass besonders gestresste Menschen anfällig dafür sind. Eine weitere Gruppe könnten diejenigen sein, die auch sonst einen leichten Schlaf haben und eher unruhig schlafen. Ein erhöhter Geräuschpegel kommt ebenfalls als Ursache infrage. Häufig wird auch über die Ernährung spekuliert. Wer seine Ernährung besonders am Abend sehr fettreich oder süß gestaltet, hat meist eine unruhige Nacht, wacht häufig auf und könnte dadurch unter Einschlafzuckungen leiden.
    Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass es in der Einschlafphase zu Veränderungen der Nervenzellen im Rückenmark und im Gehirn kommen kann. Sie könnten während des Einschlafvorgangs hemmende Signale an das Nervensystem ausstrahlen. Erwiesen ist diese Theorie allerdings nicht.

    Diagnose erstellen

    Eine Diagnose zu erstellen ist nicht einfach. Zunächst einmal werden verschiedene Erkrankungen, wie Epilepsie, Krämpfe der Muskulatur oder das Restless-Leg-Syndrom ausgeschlossen. Krankheiten dieser Art, die mit Muskelzuckungen verbunden sind, müssen ausgeschlossen werden, da sie eine Therapie benötigen.

    Einschlafzuckungen kommen bei vielen Menschen nur sehr selten vor, andere wiederum können über einen längeren Zeitpunkt jeden Abend davon betroffen sein. Allerdings gehen sie meist ebenso schnell vorbei, wie sie gekommen sind. Um zu erkennen, ob es sich tatsächlich um Einschlafzuckungen handelt, kann eine Elektromyografie (EMG) erstellt werden. Dabei wird die elektrische Spannung im Muskel gemessen oder die Spannung der Muskelfaser untersucht. Hohe Spannungsspitzen deuten auf Einschlafzuckungen hin.

    Behandlung

    In den meisten Fällen ist eine Behandlung unnötig, auch wenn die hohen Spannungsspitzen der Muskeln als unangenehm empfunden werden. Für eine gute Gesundheit benötigt der Mensch Ruhephasen, die nur durch einen ruhigen ausgeglichenen Nachtschlaf gewährleistet sind. Selbst wenn die Phänomene der Einschlafzuckungen harmloser Natur sind, sollte aber ein Arzt aufgesucht werden.

    Vorbeugen

    Wer die Zuckungen beim Einschlafen vermeiden möchte, dem ist zu raten:
    - auf übermäßigen Kaffeegenuss zu verzichten
    - Getränke mit einem hohen Koffeinanteil sollten gemieden werden
    - auf das Rauchen von Zigaretten zu verzichten
    - Stress in Grenzen zu halten
    - auf eine gesunde fettarme Ernährung zu achten
    - vor dem Zubettgehen möglichst keine aufregenden Fernsehsendungen anzusehen
    - kleine Rituale, wie leise Musik hören, können hilfreich sein
    - anstrengenden Sport nicht mehr in den späten Abendstunden auszuüben, da der Körper dadurch sehr beansprucht wird und nicht abschalten kann. Auch bei Einschlafzuckungen zeigt sich, dass durch eine gesunde Lebensweise vorgebeugt werden kann. Ruhig einschlafen gelingt immer dann, wenn Körper und Seele abschalten können. So wird den unangenehmen Muskelzuckungen entgegengewirkt.

    Das Phänomen Zähneknirschen

    Den meisten Betroffenen fällt es selbst nicht auf, dass sie im Schlaf mit den Zähnen knirschen. Erst wenn der Partner darauf aufmerksam macht, denkt der Betroffene darüber nach, was er dagegen tun kann. Es stört aber nicht nur den Schlaf des Partners, es birgt auch ein Risiko für die eigene Gesundheit. Wenn sich die Zähne zusammenpressen, reiben sie heftig aneinander. Risse im Zahnschmelz aber auch Kieferfehlstellungen können daraus entstehen und der Zahngesundheit erheblichen Schaden zufügen. Schon früh wird uns beigebracht, dass wir die Zähne zusammenbeißen sollen, wenn wir in schwierige oder unangenehme Situationen kommen. Das nehmen manche Menschen wörtlich, wenn sie nachts ein Entlastungsventil für ihre Ängste und Sorgen benötigen. Sie pressen Ober- und Unterkiefer heftig aufeinander und das unangenehme Zähneknirschen beginnt. Mediziner nennen dieses Phänomen auch Bruxismus. Angeblich leidet jeder zehnte Deutsche unter Bruxismus - Tendenz steigend. Es sind aber nicht nur die Zähne, die durch das Zähneknirschen in Mitleidenschaft geraten. Es ist auch der allgemeinen körperlichen Gesundheit sehr abträglich. Durch den starken Druck, der auf die Kiefer übertragen wird, kann es zu Kopf- und Kieferschmerzen kommen. Und auch die Nackenmuskulatur kann verkrampfen und zu Schmerzen im Nackenbereich führen. Knirscht eine Person ständig nachts mit den Zähnen, ist ein Besuch beim Zahnarzt dringend angezeigt, denn die Zähne leiden erheblich. Die Kauflächen werden beschädigt und übermäßig abgerieben und der Zahnschmelz bekommt feine Risse, die sogenannten Schmelzrisse. Überempfindlich reagieren oft auch die Zahnhälse.

    Warum knirschen Menschen mit den Zähnen?

    Genau konnte bislang noch nicht geklärt werden, warum Menschen mit den Zähnen knirschen. Die Hauptursache scheint aber emotionaler Stress zu sein. Das bedeutet, dass Angstzustände, Depressionen oder Panikattacken zu Bruxismus führen können. Veränderte Zahnstellungen werden ebenfalls als eventueller Auslöser genannt. Manche Wissenschaftler glauben auch, dass in genetischen Konstellationen Gründe für das Knirschen mit den Zähnen zu suchen sind. Wenn es sich nur um ein leichtes Zähneknirschen handelt und keine bedeutsame Veränderung an den Zähnen stattfindet, ist das Zusammenpressen der Zähne nicht unbedingt schädlich. Dennoch sollte der Zahnarzt aufgesucht werden. Bei sehr starkem Zähneknirschen ist der Besuch beim Zahnarzt dringend angeraten.

    Welche Behandlung kann helfen?

    Der Zahnarzt wird schnell erkennen, ob schon Schäden an den Zähnen zu erkennen sind und die Gesundheit der Zähne gefährdet ist. Damit nicht der Verlust der Zähne droht, wird der Patient mit einer durchsichtigen Kunststoff-Schiene versorgt, die Ober- und Unterkiefer auseinanderhält. Dadurch wird das Knirschen aufgehalten. In bestimmten Fällen rät der Zahnarzt dem Patienten auch statt der einfachen Aufbissschiene eine Okkulusionsschiene zu verwenden, die individuell angepasst wird. Für den Patienten entsteht durch diese Maßnahmen eine entspannte Situation, die ihm die Angst vor dem Zähneknirschen nimmt. Sein Schlaf wird wieder ruhiger und das Einschlafen fällt leichter.
    Wird eine Behandlung zu lange hinausgeschoben oder erfolgt sie gar nicht, kann es zu Muskelverhärtungen sowie degenerativen oder entzündlichen Prozessen im Kiefergelenk kommen. Dann sind sogar Schmerzen oder Knacken beim Öffnen und Schließen des Kiefers nicht auszuschließen. Um die Behandlung zu unterstützen, ist es sinnvoll, Entspannungstherapien wie Autogenes Training, Yoga oder Meditation zu erlernen und damit dem emotionalen Stress vorzubeugen oder ihn ganz abzubauen. Auch eine gesunde Ernährung entspannt Körper und Seele. Auf Alkohol und viel Koffein sollte ebenso verzichtet werden.

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