Eine Branche stellt sich den Herausforderungen - Teil 2

    MM: Momentan heißt Internet auch oftmals Preiskampf. Wie werden Sie damit umgehen?

    Waloßek:
    Hier können wir nicht mithalten und wollen das auch gar nicht. Wir umgehen das, indem wir Marken anbieten, die sehr selektiv vertrieben werden bzw. dem Preiskampf nicht so stark ausgesetzt sind, und zum anderen über unsere Eigenmarke, wie zum Beispiel Rid Meisterstück. Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass momentan eine Goldgräberstimmung herrscht. Jeder versucht, irgendetwas umzusetzen. Ich glaube, dass sich hier die Spreu vom Weizen trennen wird. Auch die Hersteller werden einen Weg finden, dass ihre Produkte nicht unter dem Einkaufspreis angeboten werden können, sondern zu einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis.

    MM: Sie hatten vorhin das Thema Eigenmarke angesprochen.

    Waloßek:
    Dieses Thema ist für uns eminent wichtig und zieht sich ebenfalls durch die Firmengeschichte wie ein roter Faden. Wir haben sehr stark an unseren Eigenmarken gearbeitet, ob bei der Bettwäsche, bei den Frottierwaren oder nun auch bei einem
    Bett selbst.

    MM: Erzählen Sie uns mehr von dem Rid Meisterstück-Bett.

    Waloßek:
    Mit dem Bett greifen wir ganz stark die Trendthemen Individualisierung und Personalisierung auf. Das Bett lässt die Umsetzung nahezu aller persönlichen Bedürfnisse zu. Es lässt sich auch Jahre nach dem ersten Aufbauin Höhe und Einlegetiefe fein justieren und millimetergenau einstellen. Das ermöglicht dem Kunden, jederzeit auf eine andere Matratze, einen neuen Einlegerahmen oder auf ein Wasserbett umzusteigen. Versehen wird es schließlich mit einer Plakette, auf der sowohl Name des Kunden als auch eine Seriennummer eingraviert sind. Anhand dieser lässt sich jederzeit erkennen, aus welchen Komponenten das Bett zusammengesetzt ist. Außerdem gibt es auf die Rid Meisterstück-Betten eine lebenslange Garantie.

    MM: Wer produziert das Bett?

    Waloßek:
    Hier arbeiten wir mit einer kleinen Schreinerei am Ammersee zusammen, die perfekt auf die individuellen Wünsche eingehen kann und auf umweltverträgliche Produktionsprozesse setzt. Übrigens werden wir bei dem Hersteller ebenfalls eine kleine Ausstellung mit 200 qm einrichten, in der das Rid Meisterstück präsentiert wird und sich die verschiedenen Variationen erkennen lassen. Natürlich in einem entsprechenden Ambiente, denn das ist unser Anspruch.

    MM: Sie sprachen vorhin von eine anderen Art von Services. Was meinen Sie damit?

    Waloßek:
    Beispielsweise geben wir den Kunden die Möglichkeit, Termine für eine persönliche Beratung zu vereinbaren – bei uns in den Häusern aber auch direkt zu Hause. So können Sie sicher sein, dass sich der Berater voll und ganz auf Sie konzentrieren kann. Weiterhin werden wir ab 1. April am Ammersee, direkt neben der Schreinerei, die unsere Rid Meisterstück-Bett fertigt, ein Zwei-Zimmer-Appartement haben, in dem die Kunden ihre Wunschmatratze bzw. Schlafsystem Probeschlafen können. Dies können sie übrigens auch drei Wochen zu Hause tun. Hier haben wir ein spezielles Encasing entwickelt, das es uns möglich macht, die Matratze nach einer eventuellen Rücknahme wieder zu verkaufen. Selbstverständlich ist für uns zudem der Auslieferungsservice, den wir übrigens in kompletter Eigenregie fahren. Auf diese Weise ist stets ein hohes Qualitätsniveau bei der Montage gewährleistet.

    MM: Ihre bisherigen Ausführungen klingen alle sehr personalintensiv. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

    Waloßek: Insgesamt haben wir zirka 220 Mitarbeiter, wovon 140 im Verkauf tätig sind.

    MM: Der Einzelhandel allgemein tut sich schwer, Nachwuchs zu rekrutieren. Wie stellt sich das bei Ihnen dar?

    Waloßek:
    Das können wir bestätigen und wir prüfen gerade, wie wir Auszubildende gewinnen und neue Mitarbeiter an uns binden können. Gerade in den kommenden fünf Jahren werden
    langjährige und erfahrene Mitarbeiter in Rente gehen. An einigen Positionen haben wir die Staffelübergabe schon in die Wege geleitet, um einen fließenden Übergang zu gewährleisten. Das ist eine Herausforderung und noch nicht an jeder Stelle beendet, aber wir sind auf einem guten Weg. Beim Thema Auszubildende haben wir eine Partnerschule, in der wir regelmäßig zu Gast sind und uns als Ausbildungsbetrieb anbieten. Weiterhin bilden wir Handelsfachwirte aus, denn man muss auch den jungen Führungskräften etwas bieten. Ich glaube aber, dass es ganz wichtig ist, dass man eine attraktive Marke ist, zu der man gerne hingeht. Und hier hat Bettenrid den Vorteil, bereits eine Marke zu sein und diese nicht erst aufbauen zu müssen.

    MM: Wie bilden Sie Ihre Mitarbeiter weiter?

    Waloßek:

    Die Qualifikation der Mitarbeiter erfolgt bei Bettenrid ständig.Zum einen über die  Produktschulungsangebote der Hersteller. Zum anderen aber auch in allgemeiner Hinsicht. Im vergangenen Jahr stand beispielsweise das Thema Verkauf im Fokus. Zum Beispiel: Wie spricht man den Kunden an?, Wie sieht eine richtige Begrüßung oder Verabschiedung aus? Also alle Bausteine, die notwendig sind, wenn der Kunden zu uns ins Haus kommt. Wir haben aber auch Verhaltensgrundsätze mit den Mitarbeitern und Führungsgrundsätze mit den Führungskräften entwickelt.

    MM: Was tun Sie für die Kundenbindung?

    Waloßek:
    Zum einen funktioniert die Kundenbindung bei uns über die Mitarbeiter. Zum Teil sind hier richtige Freundschaften entstanden. Zum anderen setzen wir auf eine Kundenkarte. Diese werden wir in Zukunft noch stärker forcieren und mit bestimmten Themen aufladen. Da wird es weniger um den Preis gehen, als vielmehr um individuelle Angebote, die nur den Kunden mit einer Kundenkarte vorbehalten sind. Ein weiterer wichtiger Teil der Kundenbindung sind unsere Russisch und Arabisch sprechenden Mitarbeiter. Gerade aus diesen Ländern haben wir zahlreiche Stammkunden, die auf eine individuelle Beratung Wert legen.

    MM: Herr Waloßek, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihre Vorhaben!

    Pressemitteilung Möbelmarkt vom März 2014
     

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