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Berater für Naturhaar- und -faserfüllungen |
Zudecken mit Naturaaren und Naturfasern Nicht jedes Tierhaar ist für den Einsatz in Steppbetten geeignet. Ganz bestimmte Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit die Natur ein Haar so formt und entwickelt, wie wir es für unsere Steppdecken benötigen. Entscheidend sind die klimatischen Voraussetzungen, die das Wetter und auch das Futter bestimmen. Nicht zufällig zeichnen sich die Gegenden, in denen wir für unsere Edelhaar-Produkte einkaufen, durch ein recht raues und unwirkliches Klima aus. Für solche Gegenden hat die Natur nämlich ein ganz spezifisches Haar entwickelt, dessen Eigenschaften auch in Europa für den guten Schlaf wichtig sind.
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Cashmerehaare: Das bekannteste Edelhaar ist die Cashmere-Wolle. Sie stammt von der Cashmere-Ziege, welche ursprünglich in der indischen Provinz Kaschmir lebte. Heutzutage wird nur noch wenig aus dieser Region geliefert, die Haupterzeugerländer sind China, Mongolei, Iran und Afghanistan. Es gibt überwiegend schwarze, braune und weisse Cashmere-Ziegen. In dem rauen Klima der Gebirgslandschaft und in Höhen über 3.000 m bildet sich bei der Cashmere-Ziege Unterwolle, die das Tier auch bei Temperaturen bis zu -40°C überleben lässt. Je härter die Umweltbedingungen sind, desto schöner und dichter ist das wärmende Flaumhaar unter der groben, glatten Granne (Deckhaar). Im Frühjahr wechselt die Cashmere-Ziege ihr Haarkleid. Der Hirte kämmt die Ziege mit einem grobzinkigen Kamm oder sammelt z.B. in Büschen hängengebliebene Wollbüschel auf. Ein Scheren der Ziegen ist nicht möglich, da die Tiere dann in den kalten Nächten erfrieren würden. Die dabei gewonnen Haare enthalten allerdings neben dem erwünschten Flaumhaar noch allerhand Schmutz, Wollfett und grobes Deckhaar. Durch Waschen und mit Hilfe der Zentrifugalkraft werden die groben Bestandteile entfernt. Somit erhält man aus 500 gr. Rohcashmere ca. 120 - 180 gr. Unterhaar, welches zur Weiterverarbeitung verwendbar ist. Der Jahresertrag pro Cashmere-Ziege beträgt ca. 50 gr.
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Camelhaare: Kamele sind Tiere der Wüste, genügsam und ausdauernd; sie werden als Lasttiere, als Zugtiere für Ackerbau und vor allem in großen Herden für die begehrte Kamelhaargewinnung gehalten. Die feine Kamelwolle, wie wir sie ausschliesslich verarbeiten, stammen vom zweihöckrigen Kamel (Trampeltier). Seine Heimatländer sind die Hochebenen Westchinas und die äussere Mongolei. Es gibt kein anderes großes Tier, das in den kargen Zonen dieser Länder existiert. Gegen das raue Klima und die extreme Kälte schützen sich die Tiere durch das hochfeine Unterhaar ihres Fells. Die Kamele werden im allgemeinen nicht geschoren; sie werfen vielmehr im Frühjahr ihre Wolle büschelweise ab. Diese wird nach Feinheit sortiert. Ein ausgewachsenes Kamel produziert ca. 5 kg Wolle jährlich. Junge Kamele sind bis zu einem Alter von 1 Jahr “naturblond”, fast weiss. Ihr weiches Haar, das “baby-Haar” ist besonders geschätzt. Da das Kamelhaar durch Sortieren nicht vollständig von dem groben Deckhaar (Grannen) befreit werden kann, wird es vielfach in einer komplizierten Entgrannungsanlage weiter verarbeitet. Die so veredelte Kamelwolle ist spezifisch leicht und wird wegen des seidigen, goldenen Glanzes und des weichen, warmen Griffs besonders geschätzt.
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Merino-Schafschurwolle Diese Tiere sind die eigentlichen Wollieferanten für den Welthandel und werden schon seit dem 17. Jahrhundert in Südafrika und Australien gehalten, nachdem sie ursprünglich in Spanien streng gehütete Zuchtergebnisse der spanischen Krone waren. Durch wissenschaftlich betriebene Zuchtfolge ist der Wollertrag qualitativ und quantitativ ständig gesteigert worden. Heute erbringt ein Merinoschaf den fünffachen Ertrag eines gewöhnlichen, heimischen Hausschafes — bis zu 10 kg Wolle. Die Merinowolle ist kurz, sehr fein und kraus; sie dient insbesondere der Herstellung von Kleidung. Frische, geschorene Schafwolle enthält nach der Schur folgende Bestandteile: Wollfette, Wollschweiss, Schmutz und Feuchtigkeit. Unter Umständen auch Rückstände von Pestiziden. Diese Bestandteile können bis zu 50% der geschorenen Rohwolle ausmachen. Vor der weiteren Verarbeitung müssen diese Bestandteile bei der Schaf Rohwolle erst ausgewaschen werden. Schafwollqualitäten richten sich nach der Feinheit der Wolle, nach der Kräuselung und nach der Haarlänge. Schaf-Rohwolle gibt es in den Stärken von 20 bis 40 Mikrometer. Sehr feine Merinoqualitäten liegen auch bei 16 bis 18 Mikrometer (tausendstel Millimeter) Durchmesser.
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Baumwolle Baumwolle gehört zu der Familie der Malvengewächse und besteht zu 90% aus Zellulose, dem Grundstoff aller Pflanzen. Ihre Blüte sieht der bei uns wachsenden Stockrose und dem Rosen-Hibiscus sehr ähnlich. Die Pflanzen wachsen strauch- und baumartig und erreichen je nach Art, Boden, Klima und Kulturmethode eine Höhe von 25 cm bis über 2 m. Die Baumwollpflanze benötigt bei der Aussaat Feuchtigkeit und im Stadium der Reife viel Wärme, weshalb sich die Anbaugebiete in der tropischen und subtropischen Zone befinden. Von der Aussaat bis zur Ernte verstreichen 175 bis 225 Tage. Einige Tage nach der Aussaat sprießt der Keimling.
Die Pflanze entwickelt sich in rund 3 Monaten bis zur Blüte. Der Fruchtknoten in der Blüte verwandelt sich nach der Befruchtung zur Kapsel. Diese hat in ca. 3 Wochen ihre volle Größe erreicht und springt etwa 50 Tage nach der Blüte auf. Die Samenfasern quellen hervor. In einer Baumwollkapsel befinden sich in 3 bis 5 Fächern bis zu 30 Samen und an jedem Samen 2000 bis 7000 Fasern. Während des Wachstums gleicht die Baumwollfaser einem feinen Röhrchen, das mit Wachstumsflüssigkeit gefüllt ist. Diese trocknet während der Reifezeit ein und verwandelt sich in Zellulose. Die Seitenwände fallen nun ein, es bilden sich die bandförmigen bzw. korkenzieherartigen Windungen, die nur bei Baumwolle anzutreffen sind und die den Zusammenhalt der Fasern im Garn verbessern.
Die geerntete Baumwolle wird zum Nachreifen und Trocknen rund 30 Tage gelagert und kommt dann auf Entkörnungsmaschinen, welche die Fasern von den Samenkörnern trennen. Man erhält Baumwollfasern mit einer Stapellänge von rund 15 bis 50 mm. Am Samen befinden sich noch kurze, zum Verspinnen ungeeignete Fasern. Da sie auch aus Zellulose bestehen, verwendet man sie unter anderem zur Herstellung von zellulosischen Chemiefasern. Der Samen wird z.B. zur Ölgewinnung verwendet. Aus 100 kg Baumwolle am Kern erhält man etwa 35 kg Fasern, 62 kg Samenkörner und 3 kg Abfall.
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Seide Raupen, die aus den Eiern der Seidenspinner und anderer Schmetterlinge schlüpfen, spinnen sich nach einer Lebensdauer von ca. 28 bis 38 Tagen und einer viermaligen Häutung im Zeitraum von ca. 33 Tagen, währenddessen sie ihr Gewicht und ihre Größe vervielfachen, in einer Hülle aus feinen Endlosfasern (Filamente) ein, in der sie sich in Puppen verwandeln können. Diese Filamente entstehen aus einer farblosen, flüssigen Masse, die die Raupen aus Drüsen am Kopf pressen, und die dann sofort an der Luft erstarren. Die Tussahseide, bekannt unter der Bezeichnung Wildseide, zeigt einen relativ groben Aufbau, der diese Seidenart glanzarm, aber trotzdem elegant wirken lässt. Die Seidenqualität läßt sich aber auch hinsichtlich der Garngewinnung unterscheiden. Hier wird von uns ausschliesslich die sogenannte Haspelseide verarbeitet. Als Haspelseide bezeichnet man die vom Kokon abgewickelte Endlosfaser (Filament), die besonders weich, geschmeidig, fein und wertvoll ist.
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Die Kokons werden durch Heisswasserbäder aufgeweicht. Beim Abwickeln werden die Enden der Fäden, die eine Länge von 3500 m aufweisen und von denen bis zu 1200 m abgehaspelt werden können, von den aufgeweichten Kokons zunächst durch Bürsten gelöst und die Endlosfasern werden dann zu einem Mehrfachgarn (multifiles Filamentgarn) zusammengeführt, bis die beabsichtigte Garnstärke mit der gewünschten Festigkeit erreicht ist. Ungefähr 7 bis 8 Fäden werden zum sogenannten Grége-Faden vereinigt. Mehrere Grége-Fäden werden miteinander verzwirnt, bis man eine gewünschte Garnstärke und damit auch eine bestimmte Festigkeit erreicht hat.
Allgemeine Eigenschaften: Seide ist elastisch und deshalb beinahe knitterfrei. Sie ist recht reiss- und scheuerfest und somit sehr haltbar. Durch ein hohes Feuchtigkeitsaufnahmevermögen (bis zu einem Drittel des Gesamtgewichtes) ist sie für Tag- und Nachtwäsche von großer Bedeutung. Seide ist temperaturausgleichend, aber nicht besonders wärmend, da die Seidengarne wenig isolierende Luft einschließen und somit ein geringes Wärmerückhaltevermögen besitzen.
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Leinen Der Flachs wird in ca. 20 Ländern angebaut, sehr viel in Frankreich, Belgien und Niederlande. Die Leinenfasern werden aus dem Stängel der Flachspflanze gewonnen. Der Flachs ist eine einjährige Pflanze und muss jedes Jahr neu gesät werden. Die Leinenfaser ist matt glänzend und glatt und schließt deswegen wenig Luft ein. Ferner ist Leinen flusenfrei und wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien. Die Leinenfaser ist von Natur bakteriozid, fast antistatisch und schmutzabweisend. Leinen nimmt bis zu 35% Luftfeuchtigkeit auf und tauscht diese Feuchtigkeit auch schnell mit der Umgebungsluft aus, wirkt somit kühlend, ist dennoch trocken. Deswegen wird Leinen gern für Sommerbekleidung eingesetzt und eignet sich bei Bettwaren vorzüglich als Sommerbettenfüllung.
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